Insolvenzen und Neugründungen 2016: Leichte Steigerungen

Insolvenzen und Neugründungen 2016 - 30 Jän 2017

Die Unternehmensstruktur Österreichs ändert sich kaum.

Das zeigt auch die Insolvenzstatistik 2016 von Bisnode D&B

Die Unternehmenspleiten sind in Österreich im Jahr 2016 mit knapp zwei Prozent gegenüber 2015 wieder leicht angestiegen. In den Jahren 2015 und 2014 waren sie noch leicht rückläufig gegenüber den Vorjahren gewesen. Dies zeigt eine aktuelle Studie von Bisnode D&B, dem europäischen Marktführer bei digitalen Wirtschaftsinformationen. Die Statistik von Bisnode D&B beinhaltet auch Schuldenregulierungsverfahren von Privatpersonen, die in offensichtlichem Zusammenhang mit unternehmerischer Tätigkeit stehen. Dass sich die Struktur der österreichischen Unternehmenslandschaft kaum verändert, wird durch die Verteilung der Insolvenzen nach Branchen verdeutlicht: Dienstleistungen, Gast- und Schankgewerbe sowie Einzelhandel machen zusammen mehr als 50 Prozent der Insolvenzen 2016 aus. Ein Bild, das sich seit 2013 kaum verändert hat. Dabei liegen die Dienstleistungen mit knapp 21 Prozent an erster Stelle. Die Pleiten in der Dienstleistungsbranche sowie im Einzelhandel sind gegenüber dem Vorjahr um jeweils einen Prozentpunkt gestiegen. In beinahe allen anderen Branchen waren die Insolvenzen anteilsmäßig rückläufig, vor allem im Großhandel, wo sich er Anteil an der Gesamtanzahl um einen Prozentpunkt verringerte. Dass die Branchenverteilung in den letzten vier Jahren beinahe unverändert blieb und die größten Veränderungen im positiven und negativen Sinn nicht über einen Prozentpunkt hinausgehen, zeigt, wie sehr sich die Muster verhärten.

Einzelunternehmen dominieren Insolvenzstatistik

Die Betrachtung der Insolvenzen 2016 nach Rechtsform macht zwei Tendenzen deutlich: Einerseits zeichnen nach wie vor nicht protokollierte Einzelunternehmen für mehr als die Hälfte aller Insolvenzen verantwortlich. Was der Tatsache geschuldet ist, dass diese Rechtsform auch die verbreitetste in Österreich ist. Andererseits nimmt der Anteil der insolventen Gesellschaften mit beschränkter Haftung (GmbH) zu. Während der Anteil der nicht protokollierten Einzelfirmen von 57 Prozent im Jahr 2013 auf 54 Prozent im Jahr 2016 langsam aber doch zurückgeht, steigt der Anteil der GmbHs von knapp 29 Prozent 2013 auf 32 Prozent 2016 im gleichen Ausmaß beständig an. Alle anderen Rechtsformen wie Kommanditgesellschaften (KG), offene Gesellschaften (OG) oder gar Aktiengesellschaften (AG) rangieren in der Statistik von Bisnode D&B unter ferner liefen. Was die Altersverteilung der insolventen Unternehmen betrifft, so zeichnet sich seit Langem der Trend ab, dass Unternehmen am häufigsten innerhalb der ersten drei Jahre nach Firmengründung pleitegehen, wobei die höchste Wahrscheinlichkeit nach dem zweiten Jahr besteht. Elf Prozent aller Insolvenzen 2016 betrafen Unternehmen, die im zweiten Lebensjahr waren. Mit zunehmendem Alter der Firmen geht der Anteil zurück, von acht Prozent nach drei Jahren auf knapp vier Prozent nach zehn Jahren.

Insolvenzen nach Bundesländern

Wien als Bundesland mit der größten Anzahl an Unternehmen verbuchte 2016 auch den größten Anteil der Insolvenzen. Satte 33 Prozent entfielen 2016 auf die Bundeshauptstadt, was eine Steigerung um einen Prozentpunkt gegenüber dem Vorjahr bedeutet. Auf den weiteren Rängen folgen mit Respektabstand Niederösterreich, Oberösterreich und Steiermark mit Anteilen zwischen 13 und 15 Prozent. In diesen Bundesländern gingen die Quoten aber jeweils um knapp einen Prozentpunkt zurück.

Neugründungen: GmbHs weiterhin beliebteste Rechtsform

Die Neugründungen 2016 waren in Österreich erfreulicherweise leicht im Steigen begriffen. Wiederum die beliebteste Rechtsform bei den Neugründungen protokollierter Unternehmen war mit Abstand die GmbH. Weitere Rechtsformen wie protokollierte Einzelunternehmen (eU) oder KGs folgten mit Respektabstand. Die Dominanz der GmbHs bei den Neugründungen lässt in Kombination mit der Insolvenzhäufigkeit von Jungunternehmen eine weitere Steigerung des Insolvenzanteils dieser Rechtsform erwarten. Das heißt, auch die Statistik für 2017 wird einen steigenden Anteil von zahlungsunfähigen GmbHs ausweisen.

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