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Blog Risiko & Kredit

Die Evolution des Risikomanagements - Zurück in die Zukunft

Februar 13, 2020

Wie sieht heute ein wirklich effizientes Risikomanagement aus?

Risikomanagement gestern konzentrierte sich vor allem auf die Daten der Vergangenheit. Risikomanagement morgen nutzt kluge Algorithmen und eine breite Datenbasis, um Vorhersagen über die wirtschaftliche Entwicklung zu treffen. Risikomanagement heute sitzt zwischen den Stühlen: Die Finanzchefs wissen, dass sich etwas ändern muss, aber an der Umsetzung hapert es.

„Vapiano rechnet erst für 2021 wieder mit Gewinn“, lasen wir im Mai im Handelsblatt über die Cashflow-Probleme der Restaurantkette. Man habe sich buchstäblich am eigenen Wachstum verschluckt, analysiert der Bericht, der offen lässt, ob die Investoren geduldig genug sind, um auf einen möglichen Turnaround zu warten. Da stellt man sich doch die Frage: Hätte man das vorhersehen können?
Fast täglich rasen Nachrichten durch die Ticker, über Unternehmen, denen das Geld ausgeht. Natürlich sind darunter auch Firmen, die aus der Zeit gefallen sind oder von Disruption bedroht und letztlich aufgefressen werden. Aber das würde man für Vapiano nicht gelten lassen. Hier geht es um die richtige Balance zwischen Wachstum und Tagesgeschäft, zwischen Investition und Gewinn. Und in diesen volatilen Zeiten sind die Herausforderungen für gutes Risikomanagement richtig hoch.

Aber genau diese volatilen Zeiten haben auch eine positive Seite für Finanzverantwortliche. Die Analyse- und Prognosemodelle werden in hoher Geschwindigkeit besser. Die großen Datenmengen von Big Data erlauben deutlich feinere Analysen, die präzisere Vorhersagen ermöglichen. Das rechtzeitige Erkennen von Risiken bedeutet auch, dass Sie die Chancen früher sehen können und davon kann das ganze Geschäftsmodell profitieren.

Sie wissen es, aber sie tun es nicht – es mangelt an der Nutzung effizienter Instrumente

Können! In der Praxis findet der Einsatz von Hightech nur sehr langsam Eingang in den Arbeitsalltag der Finanzmanager. In unserer Studie „The (R)Evolution of Risk Management“ zeigte sich, dass die Hälfte der Unternehmen noch immer damit kämpft, die wichtigen Daten im gesamten Unternehmen zu verteilen. Die sprichwörtlichen Datensilos behindern nicht nur die Optimierung des Alltagsgeschäfts, sondern auch das Risikomanagement.

Ein weiterer Hemmschuh ist die Tatsache, dass sich die allermeisten befragten Finanzdirektoren und Controller für unwissend in Sachen Technologie halten. Das ist insofern eine Überraschung, als die Job-Beschreibung dem Finanzkontrolleur doch eine gewisse evidenz-orientierte Pragmatik unterstellt. Doch hier – wie in so vielen Berufsbildern – gibt es Berührungsängste oder sogar die Befürchtung, durch technische Aufrüstung den eigenen Job in Frage zu stellen.

Dabei ist das Gegenteil der Fall und das zeigen zahllose Unternehmen, die über digitale Geschäftsmodelle zu starken Herausforderern der etablierten Platzhirsche werden, gerade weil sie Dinge anders machen. Einer jüngst veröffentlichen Studie von McKinsey zufolge, beschäftigen sich aktuell 50 Prozent der Mitarbeiter mit dem operationalen Teil des Finanzmanagements, vulgo: Rechnungen und Mahnungen schreiben. Und nur 15 Prozent arbeiten analytisch. Bis 2025 – so McKinsey – wird sich diese Relation fast umkehren. Dann arbeiten vier von zehn Kontrolleuren daran, aus den Daten Erkenntnisse für die Zukunft zu erlangen und nur noch ein Viertel der Belegschaft betätigt sich operativ. Den Rest macht die Maschine.

(R)Evolution des Risikomanagements

(R)Evolution des Risikomanagements

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