Blog Stammdaten

It's time to Know your Customer (KYC)

|

Safety first! Speziell im Finanzsektor setzen Unternehmen ihren Fokus auf Sicherheit. Es geht darum, Kunden kennenzulernen und einzuschätzen - Know Your Customer!

Was steckt hinter dem Know-your-Customer-Prinzip?

Unter Know-your-Customer-Praktiken (deutsch: "Kenne deinen Kunden") verstehen wir die Prüfung persönlicher Daten von Neukunden mit dem Ziel, finanzielle Kriminalität wie Geldwäsche zu verhindern. Als Grundlage werden die 3. EU-Geldwäscherichtlinien in Artikel 8 von 2008 angeführt. Laut diesen Vorschriften ist KYC in Form einer Legitimationsprüfung für diverse Unternehmen des Finanzdienstleistungssektors sowie für steuerlich-rechtliche Organisationen Pflicht. Hierfür wird in der Regel das Vorhandensein hochqualitativer Stammdaten über entsprechende Kunden vorausgesetzt. Sie bilden die Grundlage an Informationen, um illegale Aktivitäten frühzeitig zu erkennen.

Wie wird die KYC-Prüfung umgesetzt?

KYC ist Teil der sogenannten Due-Diligence-Prüfung. Darunter versteht man die gründliche Überprüfung von Geschäftspartnern im Umfeld von Unternehmen. Die kundenspezifische Perspektive (Customer Due Diligence) wird durch den KYC-Prozess abgedeckt. Dieser umfasst zum einen die Identifizierung und Prüfung der Identität eines Kunden an sich und der Besitzverhältnisse. Im zweiten Schritt erfolgt die Prüfung der wirtschaftlich Berechtigten.

Identitätsprüfung

Im Sinne der Feststellung der juristischen Identität einer Person werden drei Kategorien angeführt:

Bei natürlichen Personen liegt der Fokus der Erfassung auf der Art der Berufstätigkeit sowie dem Zweck der Geschäftsbeziehung, die eingegangen wird. Überprüft werden unter anderem der Name, die Herkunft sowie der Zeitraum der Partnerschaft. Der Umfang der Analyse hat in dieser Kategorie noch übersichtliche Anforderungen.

Stellt eine natürliche Person gleichzeitig eine politisch exponierte Person (sog. "PEPs") dar, muss eine erhöhte Sorgfaltspflicht nach § 15 des Geldwäsche-Gesetzes gelten. Diese Kategorie umfasst Individuen, die im öffentlichen Umfeld (zumeist politisch) aktiv sind. Folglich besteht ein erhöhtes Risiko der Geldwäsche. Aus diesem Grund werden hier ebenfalls die Funktion der Person sowie der Ort der Tätigkeitsausübung überprüft. Politisch exponierte Personen des Geschäftsumfelds listen Unternehmen in entsprechenden PEP-Listen

Bei juristischen Personen sind die KYC-Anforderungen am umfangreichsten. Neben allen bisher genannten Kriterien werden branchenspezifische und unternehmensspezifische Informationen sowie konkrete Finanzkennzahlen erfasst. In dieser Kategorie liegt der Fokus auf der Herkunft von Geldern und Vermögen des zukünftigen Partners.  

Wirtschaftlich Berechtigte

Bei allen Kategorien schließt sich die Überprüfung der wirtschaftlich Berechtigten an. Im Umfeld eines Unternehmens können gänzlich verschiedene Personen diesen Status innehaben. Diese Individuen profitieren von den Tätigkeiten einer Organisation und/oder üben Einfluss auf deren Aktivitäten aus. In der Regel stellt ein/eine wirtschaftlich Berechtigte/r eine Person dar, die mindestens 25 % der Unternehmensanteile hält oder das Recht hat, Kontrolle über die Geschäftsaktivitäten auszuüben. Auch hier geht es prinzipiell um die Aufdeckung der Herkunft von Vermögen

Zur Prüfung verpflichtete Parteien

Auf der Grundlage der EU-Vorschriften zum AML (Anti Money Laundering) und ABAC (Anti-Bribery and Corruption) sind folgende Parteien zu KYC-Checks verpflichtet:

  • Banken
  • Kreditinstitute
  • Finanzinstitute
  • Finanzdienstleister
  • Steuerberater
  • Immobilienmakler
  • Versicherungsdienstleister
  • Wirtschaftsprüfer
  • Notare
  • Rechtsanwälte

Warum sind KYC-Lösungen notwendig?

Die grundlegende Notwendigkeit einer KYC-Prüfung ist bereits durch die Compliance-Anforderungen des GwG (Geldwäsche-Gesetzes) begründet. Hier sind ebenfalls spezifische Strafen definiert, die Unternehmen bei Nichteinhaltung der Vorgaben empfindlich treffen können. Diese stellen für Finanzdienstleister wie Banken beispielsweise Geld- und Haftstrafen sowie die Entziehung der Geschäftserlaubnis dar. 

Weiterhin ermöglicht die Anwendung von KYC-Praktiken die Reduktion von Geschäftsrisiken. Unzureichende Kontrolle der Finanzumwelt eines Unternehmens bietet fruchtbaren Boden für ein unsachgemäßes Handling von Geldern und Vermögen. Die Aufdeckung fragwürdiger Geschäftstätigkeiten, Transaktionen oder zweifelhafter Vermögenswerte ist demnach notwendig, um das eigene Risiko bei der Zusammenarbeit mit Vertragspartnern zu minimieren. Demnach stellt KYC ebenfalls ein Teilgebiet des Risikomanagements in Unternehmen dar. 

Welche Erfolgsfaktoren haben Einfluss?

Zur Optimierung der KYC-Umsetzung führen Experten zwei Faktoren an, die maßgeblich Einfluss auf den Erfolg haben.

Hochqualitative Stammdaten

Jede Umsetzung von KYC in Unternehmen ist von der Qualität und Verfügbarkeit der zugrundeliegenden Stammdaten abhängig. Fehlende und fehlerhafte Daten verhindern eine effektive Anwendung des KYC-Prinzips. Unternehmensinterne Informationen können so im Prozess nicht untereinander oder mit Daten externer Quellen abgeglichen werden. Nur wenn die Prozesse von MDM (Master Data Management) und KYC optimal aufeinander eingestellt sind, kann die Überprüfung effizient und zielgerichtet ablaufen. Golden Records bilden hier den Kern des Erfolgs.

Automatisierte Prozesse

Ein großes Problem an KYC-Prozessen ist ihr anfänglich disproportionales Verhältnis zwischen Ressourcenverbrauch und Mehrwert-Generierung. Die Analysen erfordern zu Beginn einen hohen zeitlichen und personellen Aufwand. Folglich muss ein Ziel der Implementierung von KYC die größtmögliche Automatisierung aller enthaltenen Prozesse sein. Die Einbindung externer Datenquellen ist dabei oftmals ein Muss, da unternehmensintern nicht alle relevanten Informationen zugänglich sind. Die Angebote von Bisnode - A Dun & Bradstreet Company können Ihr Unternehmen hier besonders unterstützen. 

KYC mit Bisnode - A Dun & Bradstreet Company

Die Ermittlung der wirtschaftlich Berechtigten Ihres Unternehmens ist hochrelevant für die Einhaltung der gesetzlichen Vorgaben zur Verhinderung von Geldwäsche und Korruption. Die Services von Bisnode - A Dun & Bradstreet Company ermöglichen eine schnelle und zielgerichtete Überprüfung - auch über Ländergrenzen hinweg! Durch die Anbindung der Bisnode-Datenbank an die KYCnow-Plattform von ClariLab ermitteln Sie wirtschaftlich Berechtigte im internationalen Umfeld auf Knopfdruck.

Helfen Sie bei der Bekämpfung von Finanzkriminalität. Kennen Sie Ihre Kunden – KYC!

 

 

Compliance hemmt niemals Wachstum

Compliance hemmt niemals Wachstum

Third-Party Due Diligence kann den Wert Ihrer Organisation steigern. Das gelingt aber nur, wenn Ihr Workflow entsprechend angepasst ist!

In diesem Whitepaper erfahren Sie die 6 Schritte, die Sie gehen sollten, um Ihre Prüfungsprozesse gewinnbringend anzupassen.

Zum Download

Abonnieren Sie unsere Blog-Updates!

Lesen Sie neue Artikel zu den Themen Credit Management, Master Data, Marketing und Compliance als Erste.