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Kostenlose Daten sind verlockend ... aber auch sehr trügerisch

20 Apr 2017

Kürzlich bekam ich eine E-Mail von einem ehemaligen Kollegen. „Hallo Bart, lange nicht gesehen. Du hast dich seit damals aber mächtig verändert. Schau dir mal dein Profil bei Crystalknows.com an“.

Was soll ich sagen. Alles was ich dort über mich las, stimmte. Das war keine wirkliche Überraschung, denn es handelte sich um eine exakte Kopie meines Profils auf LinkedIn. Bis auf das Foto. Das zeigte einen anderen Ex-Kollegen.

Dieses Online-Profil vom mir, von dessen Existenz ich nichts wusste, ist ein Beispiel dafür, womit ich als Datenspezialist täglich konfrontiert werde. Im Internet ist alles möglich. Auch kostenlose, falsch verknüpfte Daten.

„Von nervig bis gefährlich“

Die frei zugänglichen Daten in meinem Beispiel sind relativ harmlos, bestenfalls nervig. Gefährlich wird es jedoch, wenn KMUs diese frei verfügbaren Daten zunehmend nutzen, um ihre Kundendatenbanken zu ergänzen und ihr Geschäft anzukurbeln.

Zumindest denken sie, dass sie ihr Marketing und ihr Unternehmen damit stärken. Aber kostenlose und frei verfügbare Daten können definitiv noch etwas für ein Unternehmen tun: ihm Schaden zufügen.

„Frei verfügbare Daten sind für Unternehmen mit kleinem Budget verlockend“

Zunächst ein paar Worte zu den frei zugänglichen und kostenlosen Daten, die man finden kann. Denn jeder, der ein wenig Recherche betreibt, kann eine Menge über seine Kunden herausfinden: über die Unternehmen, mit denen sie Geschäftsbeziehungen unterhalten, über potenzielle Kunden und vieles mehr.

LinkedIn beispielsweise ist eine wahre Goldgrube, wenn es um Personenprofile geht. Oder die Website der Crossroads Bank for Enterprises (BCE/KBO). Dort finden Sie Informationen zu registrierten Unternehmen, bis hin zu deren jährlichen Geschäftsberichten. Wenn Sie sich dort registrieren, werden Sie sogar über Updates informiert, die Sie nur herunterladen müssen.

Und es gibt noch mehr. Die Febiac (Fédération Belge et Luxembourgeoise de l'Automobile et du Cycle) veröffentlicht Informationen zu verkauften Fahrzeugen, der belgische Wetterdienst KMI liefert kostenlos die Wettervorhersage für den nächsten Tag, Facebook hält uns über Familienangelegenheiten auf dem Laufenden, bei den nationalen Statistikämtern gibt es Informationen zum Verbraucherverhalten usw.

Klingt interessant? Wenn Sie auf das Geld achten müssen, dann auf jeden Fall. Leider entwickeln sich die Dinge für viele Unternehmen alles andere als vorteilhaft.

„Frei zugängliche Daten sind teuer bezahlt“

Ich erlebe immer wieder, dass KMUs einen hohen Preis für diese kostenlosen Daten zahlen.

Wie zuverlässig sind die Quellen? Sind sie leicht auszuwerten? Häufig lautet die Antwort „Nein“ bzw. hängt stark von Ihren Kapazitäten, Ihren IT-Kenntnissen und der Zeit ab, die Sie in die Suche nach für Sie relevanten Daten investieren können.

Ich weiß nicht, wie die Dinge bei Ihnen liegen, ich habe aber die Erfahrung gemacht, dass das für die meisten Menschen und Unternehmen nicht einfach ist. Eines steht aber fest, frei zugängliche Daten sind trügerisch und gefährlich.

Frei zugängliche Daten bergen aus meiner Sicht spezielle Fallstricke:

  • Zeitaufwendige Suche nach relevanten Daten
  • Viele falsche, veraltete und unvollständige Daten
  • Mangelnde automatische Verknüpfung mit den vorhandenen Daten in Ihrem CRM
  • Überwältigende Fülle unstrukturierter, nicht sinnvoll verknüpfter Daten
  • Oder im Gegenteil werden über automatisches Webcrawling online falsche Daten miteinander verknüpft, z. B. das falsche Foto mit dem falschen Profil
  • Bei frei zugänglichen Daten führt das nicht selten zu teuren Lizenzen für Smart Data, oder die Daten sind nur gegen Anmeldung und Preisgabe von persönlichen oder Firmendaten verfügbar

Und ich sehe noch einen weiteren negativen Effekt dieser Daten. Wenn sie in Marketing-Kampagnen verwendet werden,  besteht die Gefahr, dass Kunden falsch angesprochen werden, Informationen an ihre Privatadresse gehen, Fotos und sensible Daten zu den Familienmitgliedern einbezogen werden und so weiter.

Statt einer erfolgreichen Werbeaktion, haben Sie dann plötzlich ein ramponiertes Unternehmensimage zu verantworten.

Denn bei derartigen „Pannen“ verstehen Kunden gar keinen Spaß. Sie können sogar zum vollständigen Abbruch der Beziehungen führen. Besonders, wenn Sie vorhaben, Kunden auf Grundlage von Informationen anzusprechen, die Sie eigentlich gar nicht haben dürften.

Haben auch Sie negative Erfahrungen gemacht? Dann dürfen Sie diese gerne teilen. Schreiben Sie einfach einen Kommentar zu diesem Beitrag.

„Informationen sind Wachstumsbeschleuniger für Ihr Unternehmen“

Je fundierter desto besser.

Denn was sagen Sie Ihren Kindern von Zeit zu Zeit? Vielleicht auch Ihren Kunden? Klasse ist besser als Masse.

Das gleiche gilt auch für Daten. Ihr Unternehmen braucht Informationen. Sie können das Vertrauen Ihrer Kunden nur rechtfertigen, wenn die Daten und Informationen, die Sie über sie führen, stimmen. Sie müssen deren Finanzlage kennen, wissen, welche Hauptaktivitäten sie verfolgen, wer Ihr Ansprechpartner ist usw.

Wie bereits gesagt, können Sie das unmöglich selbst, manuell und anhand frei zugänglicher Daten leisten. Das geht nur mithilfe eines intelligenten und automatischen Zugangs zu diversen zuverlässigen Quellen professioneller Datenlieferanten. Nur so bringen Sie intelligente Daten in Ihr Unternehmen.

Und zwar genau die Daten, die Ihr Unternehmen zum Wachstum benötigt. Damit können Sie potenzielle Kunden kanalübergreifend besser ansprechen als Ihre Wettbewerber, die meinen, sie könnten das mit kostenlosen Daten aus dem Internet erreichen.

Bart Vanbaelen
Business Unit Manager B2B

 

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