Artikel Digitale Transformation

Wie die Generation der 90er Jahre den Konsum der Zukunft prägen wird

02 Mai 2017

Es ist allgemein bekannt, dass die Jahrgänge der 40er und 60er Jahre einen wesentlichen Einfluss auf Gesellschaft und Konsumverhalten hatten. Jetzt ist die Zeit der nächsten großen Gruppe gekommen: die der 90er Jahre. Aber welche Bedeutung wird diese erste vollständig digitale Generation für Ihr Geschäft haben?

Große gesellschaftliche Umbrüche haben in der Vergangenheit immer wieder neue Werte und Verhaltensweisen etabliert, die sich auf Gesellschaft und Märkte ausgewirkt haben. Nun, da die größte Generation seit den sechziger Jahren erwachsen wird, stellt sich die Frage nach der Zukunft.

Einige wesentliche Tatsachen unterscheiden die Generation der 90er Jahre von denen, die in den 40er und 60er Jahren geboren wurden. Sie sind aufgewachsen mit dem Internet und mit Mobiltelefonen. Sie leben und begegnen anderen Menschen online. Sie haben weniger Vertrauen in Institutionen als vorherige Generationen, und sie werden wahrscheinlich völlig andere Lösungswege wählen als die etablierten „Wahrheiten“, welche die Gesellschaft und Unternehmen heute als gegeben ansehen.

Der jüngeren Generation steht eine strahlende Zukunft bevor. Sie wollen Veränderung und sehen neue Lösungen für weltbewegende Probleme wie zum Beispiel den drohenden Klimawandel. Sie haben großes Vertrauen in sich selbst und sind überzeugt, ihr eigenes Leben gestalten zu können. Es stellt sich die Frage, inwiefern diese Veränderung das Konsumverhalten und die soziale Entwicklung in Zukunft beeinflussen wird. Zu welchem Zweck werden die jungen Leute von heute ihre starke Motivation einsetzen?

"Ich selbst bin davon überzeugt, dass Unternehmen, die den Schritt wagen, Mitarbeiter einzustellen, die in den 90ern geboren wurden, um ihnen eine Zukunft im Unternehmen zu geben, zu den Gewinnern und Überlebenden gehören werden."

Per Selin, Analyst bei Bisnode

Wie Kaufentscheidungen getroffen werden

Betrachten wir beispielhaft, wie sich diese jungen Leute vor einer Kaufentscheidung informieren. Sie beziehen gerne mehr Leute ein, sind auf der Suche nach vielen Informationen und lesen, was andere denken. Das Internet stellt einen wichtigen Kommunikationskanal dar, geografische Grenzen finden keine Beachtung mehr. Sie sind online „Bewohner“, denn ihr Leben findet rund um die Uhr in dieser Welt statt.

Auf der anderen Seite verwenden die mittleren und älteren Generationen das Internet hauptsächlich für die Arbeit, versenden E-Mails und suchen nach Informationen. Sie werden „Touristen“ genannt, denn sie kommen zu Besuch, finden, wonach sie suchen, und tauchen dann wieder in ihre gewohnte Welt ab.

Nahezu 80 Prozent der jüngeren Bevölkerung betrachtet das Internet als primäre Informationsquelle und fast die Hälfte schaut Fernsehen am Computer – derselbe Anteil, der Online-Werbung konsumiert. Im älteren Teil der Bevölkerung beträgt dieser Anteil gerade mal knapp über 20 Prozent.

Nachrichtenkonsum

Das Internet dominiert auch den Konsum von Nachrichten. Andere Tageszeitungen und Wirtschaftsmagazine finden den Großteil ihrer Leser in Menschen mittleren oder fortgeschrittenen Alters.

Dieses neue Verhalten wird offensichtlich die Welt verändern, wenn eine derart große Gruppe an Menschen damit beginnt, ihre eigene Vorstellung von Gesellschaft umzusetzen. Genau dasselbe passierte mit den Generationen der 40er und 60er Jahre.

Der nächste Schritt für Kinder der 90er

Sobald die Generation der 90er Familien gründet und in die sogenannte Konsumphase eintritt, werden wir sehr wahrscheinlich einen starken Wirtschaftsboom erleben. Wir werden aber in der Folge wahrscheinlich auch einen starken Rückgang erleiden, denn um den Jahrtausendwechsel wurden nur wenige Kinder geboren. Somit werden die nächsten Jahre voraussichtlich turbulent werden, es wird große Veränderungen in schneller Abfolge geben.

Neue Marketingstrategien

Wir müssen verstehen, dass das Betätigungsfeld für Werbetreibende und Unternehmen immer komplexer wird. Während sich große Veränderungen in der Bevölkerungsstruktur auf Verhaltensweisen und Werte auswirken, schreitet die Digitalisierung der Märkte voran. Daraus resultiert sicherlich die Notwendigkeit nach unterschiedlichen Strategien in der Kundenkommunikation. Zum einen eine Strategie, um die „Touristen“ und deren althergebrachte Wahrheiten anzusprechen, und zum anderen eine Strategie, um die digitalen „Bewohner“ zu adressieren.

Wie erreichen Sie die Konsumenten der Zukunft

„Ich selbst bin davon überzeugt, dass Unternehmen, die den Schritt wagen, Mitarbeiter einzustellen, die in den 90ern geboren wurden, um ihnen eine Zukunft im Unternehmen zu geben, zu den Gewinnern und Überlebenden gehören werden“, so Per Selin, Analyst bei Bisnode. „Das ist dieselbe Philosophie, die auch das Unternehmen Gillette anwendet, wenn es eine Aufgabe an ein Projektteam überträgt, in dem Mitarbeiter aus ausgewählten Teilen der Organisation vertreten sind“.

„Der Auftrag lautet: ‚Entwickelt einen Rasierer, der besser ist als der, den wir gerade an den Markt bringen‘. Sie wissen sehr genau, dass sie Marktführer sind, und dass sie Dinge umsetzen müssen, die kein anderer tut, um diese Rolle zu behalten“.

Wir müssen darüber hinaus verstehen, dass es heutzutage für einen Kunden einfacher ist, eine Alternative zu finden, als einen Kauf zu wiederholen. Es ist nicht mehr möglich, unprofitable Kunden mit hohen Preisnachlässen zu ködern, um auf lange Sicht Rentabilität zu erreichen. Das funktioniert bei den jüngeren Zielgruppen nicht. Vielleicht liegt der Schlüssel zum Erfolg darin, Kunden und Märkte basierend auf dem Bevölkerungszyklus zu definieren, in dem sie geboren wurden, nach ihren lokalen und globalen Werten und basierend darauf, ob es sich um „Touristen“ oder „Bewohner“ der digitalen Welt handelt.

Was die Generationen trennt

Interessen:

  • Geboren in den 40ern: Essen, Wein, Reisen, Geschichte, Kultur, Finanzen, Literatur
  • Geboren in den 60ern: Reisen, Unterhaltung, gesunde Ernährung, sportliche Betätigung, Film, Essen, Wein
  • Geboren in den 90ern: Film, sportliche Betätigung, Musik, Mode, Unterhaltung, Gesundheit, Reisen


Berufswahl:

  • Geboren in den 40ern: Verwaltung/Finanzen, Lehrberufe, Gesundheitswesen
  • Geboren in den 60ern: Technologie/IT/Telekommunikation, Verwaltung, Gesundheitswesen
  • Geboren in den 90ern: Sales/Marketing, Hotel und Gastronomie, Gesundheitswesen

 

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